Gesprächsforum zu den Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts im Stuttgarter Rathaus

Gesprächsforum zu den Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts im Stuttgarter Rathaus

 

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Die städtische Abteilung Integrationspolitik, Mitglieder des Stuttgarter Rates der Religionen und die an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart angesiedelte Islamberatung haben am 12. Dezember 2023 gemeinsam zu einem Austausch über die Auswirkungen des Nahostkonflikts in Stuttgart eingeladen. Am Gespräch im Rathaus nahmen etwa 25 Personen teil, die von diesem Konflikt direkt oder indirekt betroffen sind.

Unter dem Motto „In Krisenzeiten mit- und füreinander in Stuttgart“ schilderten Susanne Jakubowski von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg und Deniz Kiral von der Alevitischen Gemeinde Stuttgart, welche Auswirkungen sie selbst und ihre Gemeindemitglieder erleben. Der Islamberater Hussein Hamdan ging auf die Reaktionen in den muslimischen Gemeinden ein. Susanne Jakubowski bemerkte, dass Gewalt während Kundgebungen und Aufrufe zur Vernichtung Israels dazu führen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht mehr sicher sein können. „Die Gesellschaft ist dazu aufgerufen, sich schützend vor angegriffene Minderheiten zu stellen“, so Jakubowski.

Deniz Kiral betonte: „Die Hamas wollte mit ihrem grausamen Terrorakt vom 7. Oktober die verschiedenen Religionsgemeinschaften in ‚die und wir‘ spalten. Ich merke durch die Reden von namhaften Politiker*innen und großen Medienhäusern, dass dieses Ziel leider erreicht worden ist. Wir als Stuttgarter Stadtgesellschaft sollten darauf achten, dass dieser grausame Akt uns nicht trennt, sondern uns in unserem Schmerz und unserer Anteilnahme verbindet, um gemeinsam Rassismus und Antisemitismus abzubauen.“

Hussein Hamdan erklärte: „Der Antisemitismus in Deutschland hat verschiedene Facetten, die es zu begreifen und zu bekämpfen gilt. Das darf aber nicht für Muslimfeindschaft instrumentalisiert werden, die in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist und von den Muslim*innen beklagt wird. Gerade in solchen schwierigen Zeiten brauchen wir einen ehrlichen Dialog auf verschiedenen Ebenen.“

Weitere ausgewählte Gesprächsteilnehmende waren der palästinensische Mitarbeiter aus dem Projekt „Schalom und Salam“, Mitglieder der jüdischen Studierendenunion, zwei Lehrerinnen sowie weitere ausgewählte Personen, die sich gegen Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit sowie für ein friedliches Zusammenleben in Stuttgart engagieren.

Im Unterschied zu den vorausgegangenen öffentlichen Solidaritätsveranstaltungen ging es bei diesem Gespräch darum, ein besseres Verständnis für die Betroffenheit und dem Schmerz auf beiden Seiten zu bekommen und über diese Empathie hinaus Solidarität mit allen Betroffenen zum Ausdruck zu bringen.

„Unabhängig von Herkunft setzen wir uns gemeinsam gegen Antisemitismus und gegen alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in unserer Stadt ein“, betonte der Integrationsbeauftragte Gari Pavkovic, der das Gespräch moderierte.

Das Mit- und Füreinander in Krisenzeiten muss immer wieder persönlich erfahren werden. Geplant sind deshalb weitere Veranstaltungen und Aktionen.
Im Rahmen der Stuttgarter Partnerschaft für Demokratie wird insbesondere die politische Bildungsarbeit mit jungen Menschen ausgebaut werden.

Kontakt:
Gari Pavkovic, Integrationsbeauftragter der Stadt Stuttgart
gari.pavkovic@stuttgart.de, Mobil 01520 9371241
Susanne Jakubowski, Sprecherin des Stuttgarter Rates der Religionen sue.jk501@online.de